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Abzocker 2011

Beutezug am Telefon

Abkassieren über die Telefonrechnung


Seniorin telefoniert
Foto: istockphoto/dszc

Der unerlaubte Werbeanruf versprach den Gewinn eines ARAL-Tankgutscheins in Höhe von 10 Euro. Einzige Bedingung: der Anruf bei einer kostenfreien (0)800er-Nummer. Wer wählte, der wurde per Bandansage aufgefordert, die Tasten 1 und 9 zu drücken, um den Tankgutschein zu aktivieren. Der Haken jedoch: Dadurch meldete sich der Anrufer zugleich bei einem so genannten Gewinnspieleintragsdienst an. Und der vereinnahmte jede Woche 9,90 Euro – ganz einfach über die Telefonrechnung des hereingelegten Verbrauchers. Dem unlauteren Treiben setzte die Bundesnetzagentur ein Ende. Sämtlichen Netzbetreibern untersagte sie, Beträge für bestimmte Produktnummern-Nummern in Rechnung zu stellen oder für bereits zugestellte Rechnungen das Inkasso zu betreiben.

Über die Telefonrechnung abkassieren wollten auch andere. Ihre Masche: Beim unzulässigen Werbetelefonat wurde zunächst ein Kosmetikgutschein versprochen und nebenher erwähnt, dass man den Angerufenen auf einer Gewinnspielseite eintragen würde. Angeblich für die individuelle Auswahl der Kosmetik und die Zusendung fragte die Firma nach Geburtsdatum und Adresse. Als dann der Kosmetikgutschein im Briefkasten lag, lasen die Betroffenen überrascht, dass sie den Absender zur Anmeldung auf einer Internetseite wie win-finder.com, windienst.net oder gluecksfinder.net bevollmächtigt hätten. Dafür benötigt man lediglich Telefonnummer und Geburtsdatum. Die verlangten 9,90 Euro pro Woche erschienen auf der Telefonrechnung als Forderung einer telomax GmbH, die die Beträge eintrieb. Auch in disem Fall griff die Bundesnetzagentur ein und verhängte für bestimmte Forderungen der telomax GmbH ein Verbot der Rechnungslegung und Inkassierung.

Berliner Maschen


Um das Verbot der unerwünschten Telefonwerbung zu umgehen, baten Mitarbeiter einer Firma in Berlin mit handschriftlichen Zetteln in Briefkästen und an Autos um "dringenden" Rückruf. Dabei wurde der Eindruck erweckt, jemand warte verzweifelt auf den Anruf. Tatsächlich führte die angegebene Telefonnummer zu einem Finanzdienstleister, der sogleich seine Angebote aufzählte und einen Beratungstermin empfahl.

Eine andere Firma aus der Hauptstadt hinterließ auf Anrufbeantwortern die Nachricht, ein Paket habe nicht zugestellt werden können. Wer nachfragte, vernahm verdutzt: "Hallo mein Schatz, dieser absolut tabulose Service kostet dich diesen Monat nur 80 Euro." Das Ziel solcher "Dienste": Bei den Telefonaten erkundigen sie sich nach der Anschrift des Anrufers – um hernach ungerechtfertigte Rechnung zu schicken.

Drohende Sperre des Telefonanschlusses


In ihrem amtlich anmutenden Schreiben mit Wappen, Berliner Bären, Aktenzeichen und Rechnungsnummer forderte die Deutsche Telekommunikationszentrale dazu auf, für die Registrierung des Telefonanschlusses binnen zehn Tagen 94,30 Euro auf ein Konto der Deutschen Skatbank zu überweisen. Dabei wurde der Eindruck erweckt, wer die Zahlung verweigere, müsse damit rechnen, dass sein Anschluss gesperrt werde.

Abonnement für Nahrungsergänzungsmittel


Gleich mehrere Firmen versuchten bei Werbeanrufen, getarnt als "Informationsgespräch" oder "Umfrage zum Arzneimittelkauf", zu Abonnements für Nahrungsergänzungsmittel zu überreden. Ob Medivatis GmbH und Medi-Pharm, ob Hirschberger NaturRat, Vitaciti oder Helvetia vital: Die Anbieter lockten mit günstigen Probepackungen, um dann denen, die der Lieferung zugestimmt hatten, zugleich einen Abo-Vertrag mit Kosten bis zu rund 380 Euro unterzuschieben. Wer sich wehrte, der wurde, um Druck aufzubauen, auf das aufgezeichnete Telefonat verwiesen. Zu den Tricks zählte zudem, sich mehrerer Anschriften zu bedienen. Widerrufe der angeblichen Kunden wurden deshalb gern mit dem Hinweis abgewiesen, das Schreiben sei sicher falsch adressiert gewesen und nun die gesetzliche Frist verstrichen. Weigerten sich Verbraucher dennoch zu zahlen, wurde ihnen mit einer Inkasso-Gesellschaft und "erheblichen Gebühren" gedroht.

Angeblicher Telefonservice


"Zahlen Sie den Betrag von 90 Euro" hieß es in dem Schreiben der Firma Kaver Plus s.r.o. - entweder gleich bar per Einschreiben oder per SEPA-Überweisung. Kassieren wollten die Absender für angebliche telefonische Serviceleistungen. Erstaunlich war: Die Abzocker gaben sich kaum Mühe, die Spuren ihrer Vergangenheit zu vertuschen. Mit nahezu identischen Formulierungen hatten sie sich bereits unter den Namen "Czech Media", "Roxborough Management Inc." und "Peper United einen unrühmlichen Ruf erworben. Auch wiesen die Rechnungen das altbekannte Postfach 1107 der TRC Telemedia in 36094 Petersberg aus. Aus den Schilderungen von Verbrauchern ließ sich erkennen, dass die überwiegende Mehrheit gar keinen Kontakt zu den Firmen hatte. Nur einige Wenige wurden durch verbotene Link öffnet in neuem FensterPing-Anrufe zu einem Rückruf animiert.

Betreuung von Senioren


"Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, gerade der älteren Generation mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. So viel haben Sie in Ihrem Leben geleistet. Einen Teil möchten wir Ihnen
Verärgerter Senior am Telefon
Foto: Doc RaBe/Fotolia

nun mit dem Senioren Info Service zurückgeben." Mit solch wohl klingenden Worten umwarb die SIS Senioren Info Services GmbH ältere Menschen per Telefon - allerdings nicht, um zu geben, sondern um zu nehmen. Am Ende des Anrufs wurden die Betroffenen aufgefordert, "Ja" zu sagen, um den kostenpflichtigen Dienst zu bestellen. Aber auch wer nicht auf die Aufforderung reagierte, wurde anschließend abkassiert. Für die Möglichkeit, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr eine spezielle Betreuungs-Telefonnummer anrufen zu können, rechnete das Unternehmen über die monatliche Telefonrechnung einen Betrag von 9,95 Euro ab. Die Bundesnetzagentur sah das Vorgehen als rechtswidrig an und verbot der Münchener Firma, die Abonnementskosten per Telefonrechnung einzuziehen.

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Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
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