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Kinderlebensmittel: Häufig zu süß, zu fett, zu teuer

Die Palette der Lebensmittel mit Spaßfaktor wird immer bunter. Bärchenwurst, Knusperflocken und Joghurt mit bunten Perlen sollen vor allem die Jüngsten zum Konsum animieren. Ernährungsexperten und Verbraucherschützern vergeht bei der angeblich gesunden Kost oft der Appetit.

Was die Werbung verspricht, hält sie meist nicht


Mit Comics, Stickern, Sammelfiguren und auffälliger Verpackung locken die Hersteller ihre jungen Kunden. Kinderjoghurt, -quark, Brotaufstriche, fruchtsafthaltige Getränke und Frühstückscerealien bestimmen den Markt. Inzwischen gehören auch Tütensuppen, Nudelgerichte und Fischkonserven zum Sortiment der Kinderfänger.

Den Eltern versprechen sie, dass Kinderlebensmittel gesund seien und weisen unter anderem auf die "Extraportion Calcium" oder das "Plus für eine ausgewogene Ernährung" hin. Den tatsächlichen Wert für die Ernährung der Kinder erfahren die Eltern aber meist nicht.

Was in den Kinderlebensmitteln wirklich steckt, hat mit der Werbung nicht mehr viel gemeinsam. Ob Joghurts, Getränke, Wurst, Käse, Schokolade oder Hörnchen: Empfehlen kann die Verbraucherzentrale keines der Spezialprodukte.

Viel Geld für zu viel Zucker und Fett


Zahlreiche Produkte zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie reichlich Zucker, Fett und Zusatzstoffe enthalten - und auch noch mehr kosten.
  • Zucker: Besonders negativ fällt der hohe Zuckeranteil vieler Produkte auf. 100 Gramm Kinder-Joghurt können bis zu 15 Gramm Gesamtzucker enthalten - eine Menge, die fünf Stück Würfelzucker entspricht. Auch in vielen Kindermilchprodukten steckt reichlich Zucker. Frühstückscerealien können sogar über 40 Prozent Zucker enthalten.
  • Fett: Viele Kinderlebensmittel sind zudem sehr fetthaltig. 13 Gramm Fett etwa im Fertigdessert tragen nicht zu einer ausgesprochen kindgerechten Ernährung bei. Da schneidet der mit Vollmilch selbst gemachte Pudding ernährungsphysiologisch viel besser ab. Auch Süßigkeiten wie zum Beispiel Schokolade können dazu beitragen, die Fettzufuhr zusätzlich zu erhöhen.
  • Zusatzstoffe: Mit Farb- und Aromastoffen geizen die Hersteller ebenfalls selten. Die Anreicherung mit Vitaminen und Mineralstoffen erfolgt ohne erkennbares Prinzip. Oftmals übersteigen sie das Vielfache der empfohlenen Tageszufuhr für Kinder.
  • Preise: Die Kinderlebensmittel sind oftmals teurer als ihre normalen Varianten. Aufwändige Verpackungen, zum Beispiel Minipacks, die gern als "kindgerechte Einzelportionen" beworben werden, sind unnötig und verführen Kinder zu einem Weg-Werf-Verhalten.


➜ Tipps
  • Kinder brauchen keine speziellen Lebensmittel. Den größten Nutzen davon haben die Hersteller, wenn die Kasse klingelt.
  • Fehlt der exakte Zuckergehalt auf dem Etikett, hilft ein Blick auf die Zutatenliste. Denn die beginnt immer mit dem Hauptbestandteil des Produkts. Wenn die Schokocreme "36 Prozent Haselnüsse" enthält, die Zutatenliste aber mit "Zucker" beginnt, liegt dessen Anteil darüber.
  • Stehen Sie den Versprechungen der Werbebranche kritisch gegenüber, etwa der Mär mit der "gesunden Extraportion Calcium". Den Calciumbedarf kann man zwar mit Kinderschokolade genauso wie mit einem Viertel Liter Frischmilch decken. Die Schokolade liefert aber mehr als viermal soviel Fett.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung Ihrer Kinder. Sehr süße oder fettreiche Speisen sind generell nicht empfehlenswert.



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Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e.V.,Steinbockgasse 1, 06108 Halle
Sie finden es im Internet unter: http://www.vzsa.de/link398011A.html