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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt

08.04.2008
Cholesterinsenkende Lebensmittel nicht für jeden geeignet
Verbraucher sollten auf die Kennzeichnung achten

Mehr als jeder zehnte europäische Verbraucher greift im Supermarkt zu cholesterinsenkenden Lebensmitteln, denen Pflanzensterine zugesetzt sind. Aber nur die Wenigsten verstehen die speziellen Warnhinweise auf der Verpackung solcher Produkte. So lautet das Fazit einer Bewertung aktueller Untersuchungen durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die Daten aus Deutschland stammten größtenteils aus einer von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt geleiteten Gemeinschaftsstudie der Verbraucherzentralen und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), die bereits im Sommer 2007 veröffentlicht wurde.
Für Nahrungsmittel mit Pflanzensterinzusatz wie Margarine, Jogurt oder Sojadrinks sind besondere Warn- und Gebrauchshinweise in der Kennzeichnung vorgeschrieben. Die Auswertung hat jedoch gezeigt, dass viele Verbraucher diese Hinweise im Kleingedruckten auf dem Etikett nicht lesen, verstehen oder überhaupt bewusst wahrnehmen. So wussten beispielsweise nur vier Prozent der deutschen Konsumenten, dass sie vorsorglich nicht mehr als drei Gramm Phytosterine täglich über diese speziellen Produkte aufnehmen sollen. Denn die Pflanzensterine senken nicht nur den Cholesterinspiegel, sondern auch die Aufnahme von wertvollen Carotinoiden aus der Nahrung. Aus dem gleichen Grund sind solche Lebensmittel für Kinder unter fünf Jahren, Schwangere und Stillende nicht geeignet. Zudem wussten nur vier Prozent der Befragten, dass sie die verringerte Aufnahme an Carotinoiden durch einen gesteigerten Obst- und Gemüseverzehr ausgleichen sollten. Nur ein Drittel der Befragten, die cholesterinsenkende Medikamente einnehmen, hatte den Verzehr von pflanzensterinangreicherten Lebensmittel mit seinem Arzt besprochen. Auch darauf muss in der Kennzeichnung hingewiesen werden.
Ein übermäßiger Konsum von Phytosterinen ist bislang noch eher selten. IWenn das europaweite Angebot an cholesterinsenkenden Lebensmitteln weiter steigt und die Verbraucher mehrere Produkte gleichzeitig verzehren, könnte sich dies laut Verbraucherzentralen und EFSA in Zukunft ändern. Seit einigen Jahren sind verschiedene Margarinen, Brot, Milch- und Joghurterzeugnisse am Markt. Neu hinzugekommen ist Pflanzenöl als Zutat für Mayonnaise, Gewürzsoßen, Salatdressings sowie verschiedene Sojagetränke- ein dynamischer Markt, der sich nach Einschätzung der EFSA in den nächsten fünf Jahren verdoppeln wird.
Nach Auffassung der Verbraucherzentralen sollten deshalb keine weiteren Lebensmittelkategorien mit dem Zusatz von Pflanzensterinen zugelassen werden!

Die Fachberaterinnen der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt geben interessierten Verbrauchern gern weitere telefonische Auskunft zu diesem Thema, dienstags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr unter (0180) 5 70 66 00 (für 0,14 Euro/Min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise ggf. abweichend). Bei ihnen ist auch das Faltblatt „Cholesterinsenker aus dem Supermarkt“ mit den wichtigsten Fakten erhältlich.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e.V.,Steinbockgasse 1, 06108 Halle
Sie finden es im Internet unter: http://www.vzsa.de/link421121A.html