Die länger frische Milch – ESL-Milch genannt – verdrängt immer mehr die normale (pasteurisierte) Frischmilch in den Kühlregalen. ESL steht für Extended Shelf Life und bedeutet "längeres Leben im Regal". Im Vergleich zur herkömmlichen Frischmilch ist diese länger haltbar. Durch eines der zwei üblichen Herstellungsverfahren kann sich der Geschmack verändern. Konsumenten, die den frischen Milchgeschmack bevorzugen, haben das Nachsehen und werden getäuscht. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt kritisiert, dass das Herstellungsverfahren nur unzureichend gekennzeichnet ist und fordert von den Herstellern deshalb Nachbesserung.
ESL-Milch erkennt man an den Bezeichnungen wie "länger frisch", "maxifrisch" oder "extra langer Frischegenuss" in Kombination mit der Angabe "pasteurisiert". Sie bleibt ungeöffnet bis zu vier Wochen haltbar, während herkömmliche Frischmilch gut eine Woche im Kühlschrank hält. Für Menschen, die wenig Milch verbrauchen und nicht oft einkaufen, ist deshalb ESL-Milch eine Alternative zur H-Milch.
"Für die längere Haltbarkeit muss jedoch teilweise ein leichter Kochgeschmack in Kauf genommen werden, was vom Herstellungsverfahren abhängt", bemängelt Lebensmittelexpertin Christa Bergmann. Wird die Milch hocherhitzt, das heißt, dass sie für wenige Sekunden auf bis zu 127 °C erhitzt wird, verändert sich der Geschmack und der Vitamingehalt wird um etwa 10 Prozent reduziert.
Der frische Milchgeschmack bleibt aber erhalten, wenn die Haltbarkeit durch eine vorgeschaltete Mikrofiltration verbessert wird. Bei diesem schonenden Verfahren werden zunächst aus der Magermilch die Milchkeime mit allerfeinsten Filtern entfernt, erhitzter Rahm zugesetzt und das Ganze bei 72 – 75 °C pasteurisiert.
Christa Bergmann bekräftigt: "Wer regelmäßig einkaufen geht, braucht die teurere und länger haltbare Milch nicht. Da ist die Frischmilch die nährstoffreichste und preiswerteste Wahl. Frisch-, ESL- und H-Milch müssen durch eindeutige Kennzeichnung klarer voneinander abgegrenzt werden, um Verbraucher vor Täuschung zu schützen.
Telefonische Beratung gibt es zum Thema auch am Ratgebertelefon unter 01805 70 66-00, dienstags und donnerstags 10 bis 16 Uhr für 0,14 Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz – Mobilfunkpreise abweichend.
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