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Service für Journalistinnen und Journalisten

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt

17.03.2009
Werbung und Kinderlebensmittel
Kinder brauchen keine Extrawurst / Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt will Konsumkompetenz stärken

Kinder sind ein ernst zu nehmender Wirtschaftsfaktor. Die Kids Verbraucheranalyse 2008 zeigt, dass über die Hälfte der 6-13 jährigen ihr Taschengeld am liebsten für Süßigkeiten und Kekse ausgeben. Weiterhin beeinflussen sie das Kaufverhalten der Eltern. Hersteller greifen deshalb tief in die Trickkiste, um Kinder zu beeindrucken.
Ein Blick in die Regale eines Supermarktes offenbart eine Vielzahl an sogenannten Kinderlebensmittel: Süßwaren und Gebäck, Milchprodukte, Getränke, Getreideprodukte und Wurst. Diese auf Augenhöhe platzierten Produkte sprechen Kinder mit beispielsweise Harry Potter, Prinzessin Lillifee und Mickey Maus auf der Verpackung an. Diversen Beigaben wie Sticker und Spielfiguren animieren zum Kauf. Versprochen werden hochwertige Produkte. So wird mit dem "Besten aus der Milch" und "wertvollen Vitaminen" geworben.

Bislang gibt es keine lebensmittelrechtliche Definition für "Kinderlebensmittel". Als Kinderlebensmittel werden Produkte bezeichnet, wenn eins der folgenden Kriterien zutrifft: Bezeichnung "Kinder" o.ä., attraktive Aufmachung, spezielle Formung, Packungsbeigaben (z.B. Magnete), an Kinder gerichtete Werbung.
Kritisch ist die massive Bewerbung von Kindern, denn erst ab etwa acht Jahren können Kinder zwischen Werbespot und Sendung unterscheiden. Im Alter von 12 Jahren beginnen sie Werbung kritisch zu beurteilen.

Ernährungswissenschaftler sind sich darüber einig, dass Kinder ab einem Alter von einem Jahr am Familienessen teilnehmen können und sollen. Sie brauchen keine Spezialkost. Im Gegenteil: Die meisten der angebotenen Kinderlebensmittel enthalten zu viele Kalorien, zu viel Zucker, zu viel ungesunde Fette und unnötige Zusatzstoffe. Mit den Grundnahrungsmitteln wie Milch und Getreide haben sie wenig zu tun.
So stecken beispielsweise in 100g Biene Maja Kinderjoghurt (Bauer) und Paula Schokoladenpudding (Dr. Oetker) jeweils 5 Stück Würfelzucker. 100g Kelloggs Smacks Frühstückscerealien enthalten 14 Stück Würfelzucker und mit sieben Kugeln (20g) Lion Pops Choc (Nestlé) verspeist man drei Stück Würfelzucker. Die Ferreroprodukte Kinder Maxi King, Kinder Country und Kinderschokolade enthalten mehr als 30% Fett.

Angesichts dieser Situation sieht die Verbraucherzentrale deshalb dringenden Bedarf, Werbekompetenz bei Kindern zu entwickeln und zu fördern. Aufgeklärte Kinder sind besser davor geschützt, Werbeversprechen blind zu vertrauen. Die Ausstellung "Werbung und Wirklichkeit bei Kinderlebensmitteln" der Verbraucherzentrale zeigt Grundschülern den Unterschied zwischen Werbeversprechen und Realität. Auf fünf Schautafeln wird die Geschichte vom Lebensmittelproduzenten Krösus und der Coolen Gang, einer schlauen Schülergruppe erzählt, die die Machenschaften des Krösus aufdecken. Multiplikatoren und Eltern können auf ein breites Spektrum an Vorträgen zu Lebensmitteln zurückgreifen.
Anfragen richten Sie bitte an die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale in Halle, Magdeburg, Dessau, Wittenberg und Stendal.

Die Fachberaterinnen der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt geben interessierten Verbrauchern gern weitere telefonische Auskunft zu diesem Thema, dienstags und donnerstags von 10 bis 16 Uhr unter (0180) 5 70 66 00 (für 0,14 Euro/Min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend).

Auf der Internetseite Link öffnet in neuem Fensterwww.ampelcheck.de sind Produkte anhand des Ampel-Checks der Verbraucherzentralen hinsichtlich ihres Zucker, Fett- und Salzgehaltes bewertet.



Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e.V.,Steinbockgasse 1, 06108 Halle
Sie finden es im Internet unter: http://www.vzsa.de/link549271A.html