In Deutschland gibt es Millionen Singles, von denen ein großer Teil auf der Suche nach einer längerfristigen Beziehung ist. Entsprechend vielfältig ist das Angebot von Partnervermittlungen. Es gibt Flirtportale und Partnerbörsen im Internet, die altbekannten Inserate in Tageszeitungen oder Zeitschriften sowie klassische Partnervermittlungsinstitute.
Die Erfahrungen der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt belegen: Das Geschäft mit den einsamen Herzen boomt! Angesichts der Vielfalt der Angebote ist es für Partner suchende Verbraucher oftmals schwer, eine seriöse Partnervermittlung zu finden, sich vor versteckten Kostenfallen oder benachteiligenden Vertragsklauseln zu schützen.
Frau H. hat auf eine scheinbar private Annonce eines Herren in einer Tageszeitung geschrieben. Antwort bekam sie allerdings nicht. Aber es meldete sich telefonisch eine Partnervermittlung aus Rheinland-Pfalz, die nach eigenem Logo "täglich für die Liebe unterwegs" ist. Offeriert wurde ein Top-Schnupperangebot: Für 800 Euro wird die Verbraucherin in eine Adresskartei aufgenommen, eine Partneranalyse erstellt und nach individueller Vorauswahl ein Partnervorschlag aus der bestehenden Kartei überlassen. Die Vertragsbetreuung erfolge per Post. Tatsächlich bekam Frau H. kurze Zeit nach dem Telefonat einen so genannten verbindlichen Dienstleistungsauftrag zugeschickt, den sie unterschrieben zurücksenden sollte. Aber warum sollte sie das tun? Sie hatte sich das Angebot am Telefon zwar angehört, jedoch zu keinem Zeitpunkt zugestimmt. Auf diese Art und Weise am Telefon einen Vertrag abzuschließen, entsprach keineswegs ihren Vorstellungen von einer seriösen Partnersuche. Sie widersprach ausdrücklich dem Zustandekommen des Vertrages und wurde in der Folge mehrfach deswegen telefonisch bedrängt. Anlass genug für die Verbraucherin, eine Beratungsstelle der Verbraucherzentrale aufzusuchen.
Der Vertag spricht im Negativen für sich: Frau H. sollte auch per Unterschrift versichern, dass die Gespräche und Verhandlungen in Kenntnis von Preis und Leistung auf vorherige Bestellung erfolgt seien, ihr bewusst war, dass es sich um eine gewerbsmäßige Partnervermittlung handele und sie ebenso wenig überrumpelt worden sei, diese Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Eine gute Entscheidung, sich nicht auf ein Vertragsverhältnis auf "Wolke 7" einzulassen.
Empfehlenswert ist die Broschüre der Verbraucherzentralen unter dem Titel "Gesucht: Neue Liebe", die Partnervermittlungen auf den Prüfstand stellt. Der Ratgeber kostet 9,90 Euro und kann für zusätzlich 2,50 Euro für Porto und Versand per Internet hier oder per Telefon unter der Rufnummer (0211) 3 80 95 55 montags bis freitags von 9-16 Uhr bestellt werden.
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