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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt

10.11.2009
Aus für Diabetiker- Lebensmittel längst überfällig
Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt begrüßt Anpassung der Diätverordnung an wissenschaftlichen Kenntnisstand

Diabetiker-Lebensmittel
Diabetiker-Lebensmittel, 1.26 MB  Download: Foto Diabetiker-Lebensmittel (1.26 MB)
Noch sind sie zahlreich im Handel zu finden: Diabetiker-Schokolade, -Dominosteine, -Vanille-Kipferl, Brotaufstriche, Cappuccino und vieles mehr. Dabei weisen Wissenschaft und Fachgesellschaften schon lange darauf hin, dass spezielle Diabetikerlebensmittel nicht mehr erforderlich sind. Wichtiger sind eine ausreichende Schulung von Diabetikern und eine angemessene Information der Diabetiker über die Zusammensetzung von Lebensmitteln.

Für Diabetiker galt lange das Grundprinzip, Zucker in der Nahrung streng zu kontrollieren oder durch Zuckeraustauschstoffe wie Fruktose zu ersetzen. Dieser Grundsatz ist schon lange überholt. Zur Vorbeugung und Behandlung von Diabetes mellitus gelten inzwischen im Prinzip die gleichen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung wie für die Allgemeinbevölkerung. Die speziellen Diabetiker-Lebensmittel sind nicht mehr nötig. Im Gegenteil, bei Ersatz von Zucker durch Fruktose ist bei höherem und längerem Konsum mit negativen gesundheitlichen Folgen zu rechnen. Zum anderen enthalten viele der angebotenen Diabetiker-Lebensmittel ungünstige Fette und sind echte Dickmacher. Christa Bergmann, Lebensmittelexpertin bei der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, begrüßt deshalb die geplante ersatzlose Streichung der überholten Vorgaben für Diabetiker-Lebensmittel in der Diätverordnung.

D. mellitus ist keinesfalls nur eine "Zuckerkrankheit", er betrifft auch Störungen des Protein- und insbesondere des Fettstoffwechsels. Häufig sind deshalb mehrere Ernährungsmaßnahmen, wie z.B. Energiereduktion, Reduktion gesättigter und Trans-Fettsäuren, Bevorzugung von Kohlenhydraten mit niedrigem glykämischen Index oder erhöhte Ballaststoffzufuhr notwendig.
Wie alle anderen Verbraucher würden deshalb auch Diabetiker von einer erweiterten obligatorischen Nährwertkennzeichnung profitieren, über die derzeit auf europäischer Ebene diskutiert wird. Neben leicht verständlichen Angaben zu Brennwert, Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten werden weitere Angaben wie z.B. zum Gesamtzucker, zur Fettsäurezusammensetzung, zu Ballaststoffen und Salz gefordert. Das würde die Auswahl geeigneter Produkte gerade auch für die große Zahl von Diabetikern erheblich erleichtern.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e.V.,Steinbockgasse 1, 06108 Halle
Sie finden es im Internet unter: http://www.vzsa.de/link639271A.html