Der Slogan "Gesünder als Kuhmilch" wird von der Industrie damit begründet, dass der geringere Eiweißgehalt des Surrogats und Zusätze von Mineralstoffen und Vitaminen wie Eisen und Vitamin D von Vorteil für die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder wären. Tatsächlich ist Kindermilch weder gesünder noch erforderlich. Gesunde Kleinkinder können ab dem 10. Lebensmonat an die normale Familienkost herangeführt werden und damit auch Milch- und Milchprodukte zu sich nehmen – bei einer ausgewogenen Ernährung werden keine besonderen Lebensmittel wie "Kindermilch" oder ähnliche Produkte benötigt. Angereicherte Vitamine und Mineralstoffe in der Kleinkindermilch tragen stattdessen zu einer unkontrollierten Erhöhung der Zufuhr einiger Nährstoffe bei, während andere für Kuhmilch charakteristische Nährstoffe wie Calcium in geringeren Mengen enthalten sind, wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung in einer aktuellen
Stellungnahme feststellt. Statt künstlich angereicherte Lebensmittel zu verzehren - Milch ist ja nur ein Baustein in der täglichen Ernährung und zahlreiche andere Lebensmittel werden mittlerweile auch mit Zusätzen versehen -, sollte besser eine bedarfsgerechte Ernährung mit klassischen Lebensmitteln gelernt werden. Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
