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Beratungsstellen

Service für Journalistinnen und Journalisten

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt

12.12.2011
Nur 40 Prozent der Fernsehgeräte im Handel korrekt mit dem
EU-Energielabel gekennzeichnet
Seit dem 30. November ist die Energieeffizienzkennzeichnung von Fernsehern Pflicht. Ein Blick auf die Label beim Fernsehkauf kann ein paar Hundert Euro wert sein.

Während einer fast einjährigen Übergangsfrist war die Kennzeichnung von Fernsehgeräten mit dem EU-Energielabel, das Verbraucher bereits von den Haushaltsgeräten kennen, freiwillig. Seit dem 30. November 2011 stehen Hersteller und Händler in der Pflicht, Geräte, die neu in den Verkehr gebracht werden, mit dem EU-Label auszuzeichnen.
Für Verbraucher ist es mit Hilfe des Labels endlich möglich, sich einfach einen Überblick zu verschaffen, welche Geräte von vergleichbarer Größe und Ausstattung besonders energieeffizient sind. Dazu müssen die Geräte aber auch gekennzeichnet sein. Ob die Hersteller und Händler die Übergangsfrist genutzt haben und Verbrauchern das Label bereits als Entscheidungskriterium beim vorweihnachtlichen Geschenkekauf dienen kann, hat die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt überprüft. In 20 Läden Sachsen-Anhalts, darunter Elektrofachmärkte, traditionelle Fachhändler und Verbrauchermärkte, zählten Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Anfang Dezember, wie viele der ausgestellten Fernseher bereits das EU-Label trugen. Das Ergebnis war enttäuschend. Gerade einmal 40 Prozent der Geräte waren korrekt gekennzeichnet. Zwei weitere Prozent trugen zwar das Label, jedoch war das nicht, wie vorgeschrieben, gut sichtbar angebracht. In zwei Geschäften fanden unsere Tester gar kein gekennzeichnetes Gerät. Dass es auch anders geht, bewies allerdings ein Elektrofachmarkt. Von den fast 150 dort ausgestellten Geräten, befand sich an 67 Prozent die EU-Energieeffizienzkennzeichnung.
Überraschend war, dass bereits in einigen Geschäften Geräte der Energieeffizienzklasse A++ angeboten wurden und schon jetzt fast die Hälfte der Geräte mit Label der Klasse A zuzurechnen ist. Verbrauchern wird deshalb geraten, sich ein Gerät zu kaufen, das mindestens die Kriterien der Energieeffizienzklasse A erfüllt, besser noch der Klassen A+ oder A++. Wie viel der Blick auf das Label beim Kauf wert sein kann, hat das Umweltbundesamt erst kürzlich für Fernsehapparate von 48-107 cm Bildschirmdiagonale (19-42 Zoll) berechnet. Demnach sind die Stromkosten für ein Gerät der niedrigsten Energieeffizienzklasse G bei einer üblichen Lebensdauer von 10 Jahren zwischen 212 und 744 Euro höher als bei vergleichbaren Geräten der Klasse A+.

Hintergrund:
Das EU-Energielabel für Fernsehgeräte gleicht im Prinzip den bereits vor Jahren eingeführten EU-Labels für Kühlschränke oder Waschmaschinen. Die Fernsehgeräte werden mit dem Label zunächst in die Energie-Effizienzklassen A-G eingeteilt. Unter G fallen dabei die ineffizientesten Geräte, unter A die Geräte mit dem geringsten Energieverbrauch. Bis zum Jahr 2020 werden dann stufenweise die unteren Klassen E-G abgeschafft und dafür die Klassen A+, A++ und A+++ für besonders effiziente Geräte eingeführt. Aber auch jetzt dürfen Hersteller Geräte schon mit den höchsten Energieeffizienzklassen kennzeichnen, wenn diese die entsprechenden Anforderungen erfüllen. Wer einen Fernsehapparat kaufen möchte, sollte sich deshalb zunächst darüber informieren, Geräte welcher Energieeffizienzklassen zurzeit überhaupt auf dem Markt sind. Aus diesem Grund zählten die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale in 11 der überprüften 20 Läden genau nach, wie hoch der Anteil der verschiedenen Energieeffizienzklassen bei den Geräten mit Label war. Der Anteil an Geräten der derzeit höchsten Energieeffizienzklassen A++ und A+ betrug erst vier Prozent aller gekennzeichneten Fernseher. Fast die Hälfte der Geräte mit Label wurde aber bereits als A ausgewiesen. Geräte mit Label der Klassen E-G wurden gar nicht gefunden und die Anzahl der Geräte in der Klasse D lag unter einem Prozent.
Ausführliche Informationen zur Energieeffizienzkennzeichnung von Fernsehgeräten finden Sie hier. In den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt erhalten Sie darüber hinaus Broschüren über das EU-Energielabel für Elektrogeräte und zu Energiespartipps bei Fernsehgeräten.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e.V.,Steinbockgasse 1, 06108 Halle
Sie finden es im Internet unter: http://www.vzsa.de/link966491A.html